Altkleider

Aus Zukunftsklima
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Was macht ihr mit eurer Kleidung, wenn ihr sie nicht mehr tragen möchtet? Zum Beispiel weil dieser Pullover mit den roten Punkten nicht mehr trendy ist. Viele Menschen möchten etwas Gutes tun und werfen ihre ausgetragene Kleidung in dafür vorgesehene Container oder nutzen Straßensammel-Aktionen. Da schätzungsweise 60.000 Tonnen Kleidung im Jahr auf diese Weise gesammelt wird, ist es ein riesiger Aufwand, alle Kleidungsstücke zu sortieren. Etwa 40 Prozent dieser gesammelten Klamotten sind noch tragbar. Nicht jedes Teil davon wird kostenlos an Bedürftige weitergegeben. Auf unterschiedlichstem Wege werden die Klamotten weiterverwertet: Der Großteil der gesammelten Kleidungsstücke wird weiter verkauft, entweder vorsortiert an gewerbliche Unternehmen, oder als Originalsammelware an Sortierbetriebe im In- und Ausland. Gut erhaltene Kleidung wird in Second-Hand-Läden weiterverkauft. Wenn die Klamotten den Ansprüchen der Second-Hand-Betriebe nicht genügen, werden sie nach Afrika, den Mittleren Osten oder Osteuropa exportiert. Viele der gesammelten Kleidungsstücke können nur noch als Putzlappen oder Dämmmaterial verwertet werden und ein letzter, völlig unbrauchbarer Rest landet schließlich auf den Abfalldeponien.

Ein Problem stellt der Export der aussortierten Kleidung in Entwicklungsländer dar: Hier leben die Menschen, die diese Kleidung hergestellt haben, sie können sich aber eine neue Jeans für zum Beispiel 75 EUR selber nicht leisten und greifen deshalb auf Altkleidersammlungen aus unseren Ländern zurück. Das macht eigene Herstellungsbetriebe in diesen Ländern kaputt, da die Klamotten aus einheimischer Produktion teurer sind als Altkleider.

Um diesen Problemen zu begegnen, haben einige katholische Organisationen 1994 den Dachverband FairWertung gegründet. Ziel ist eine umwelt- und sozialverträgliche Altkleiderverwertung. Dieser Dachverband hat Richtlinien für die Sammlung und den Verkauf von Altkleidern entworfen: Die Sammler dürfen nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern ihr Verdientes muss wieder in die Arbeit der Organisation zurückfließen. Die Sammler müssen die sozialen Folgen und Umweltgesichtspunkte beachten.

Sammler, die die Kriterien erfüllen, bekommen eine Lizenz und können gegen eine Gebühr das Zeichen FairWertung tragen.

Mehr Informationen zu dem FairWertung-Siegel findet Ihr unter http://www.fairwertung.de/.

Wenn ihr sicher gehen wollt, dass Eure Klamotten tatsächlich für Bedürftige genutzt werden, solltet ihr sie gezielt an Kleiderkammern oder Privatinitiativen geben. Ihr könntet Eure Klamotten aber auch selber auf Flohmärkten verkaufen, das bringt Spaß und ein bißchen Taschengeld. Bevor ihr kaputte Klamotten wegschmeißt, nehmt Nadel und Faden in die Hand und repariert sie wieder, dabei könnt ihr auch etwas verändern, zum Beispiel aus einer langen Hose eine kurze machen. Wenn euch die Farbe eures T-Shirts nicht mehr gefällt, könnt ihr es mit Pflanzenfarbe neu einfärben. Genauso könnt ihr Eure Klamotten auch mit Freunden tauschen. Für richtig großen Spaß organisert eine Klamotten-Tausch-Party, am Ende werdet ihr alle mit einem neuen coolen Outfit nach Hause gehen.

Literatur

Rolle, Marion (2007): Weltreise einer Jeans. Auf den Spuren unserer Kleidung, S. 161-163.