Rollenspiel

Aus Zukunftsklima
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Auf den Punkt gebracht

Im Rollenspiel schlüpfen die Mitspielenden in verschiedene Rollen. Jeder versucht, die Einstellungen und Meinungen der Person zu übernehmen, die er gerade spielt, um neue Sichtweisen kennenzulernen. So kann eine Fragestellung oder ein Problem von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden. Das hilft dabei, unterschiedliche Positionen besser zu verstehen, nach Kompromissen zu suchen und das Problem oder die Fragestellung nicht nur einseitig zu betrachten. Außerdem werden in einem Rollenspiel das Diskutieren und das Finden von überzeugenden Argumenten geübt.


So funktioniert das Rollenspiel

Vorbereitungsphase

Ein Rollenspiel gelingt am besten, wenn ihr eine möglichst echte Situation nachspielt, die zentral ist für die Lösung des Problems oder der Fragestellung. Es ist wichtig, sich vorher genau zu überlegen, welche Personen in welcher Weise dargestellt werden sollen. Damit es möglichst echt wird, sollte sich jeder Mitspieler sich intensiv mit seiner Rolle beschäftigen: Wie heißt die Person? Welchen Beruf hat sie? Welche Einstellungen hat sie zum Problem? Wie wird sie sich verhalten? Beispiel: Ihr wollt dafür sorgen, dass in den Klassen mehr Energie gespart wird. Dann könnten bei eurem Rollenspiel mitspielen:

  • Anton, der genervt ist, wenn von ihm ständig gefordert wird das Licht auszumachen, die Heizung runterzustellen, wenn gelüftet wird.
  • Der Hausmeister Manni, der sich ärgert, wenn er nach der 6. Stunde jede Klasse kontrollieren muss, weil ständig die Lichter brennen oder die Computer noch laufen.
  • Lisa, die überall Energiesparlampen haben will.
  • Herr Simonis, der Vertreter des Schulträgers, der kein Geld hat, um die Schule energetisch zu sanieren.
  • Die Schulleiterin Frau Sommer, die keinen Ärger in ihrer Schule möchte.

Die Spielphase

In dieser Phase wird das Rollenspiel durchgeführt. Bestimmt vorher eine Spielleitung, die darauf achtet, dass jede Rolle möglichst echt dargestellt wird und auch stillere Mitspieler eine Chance bekommen, ihre Argumente vorzubringen. Bei größeren Gruppen gibt es Zuschauer und Rollenspieler.

Ein Rollenspiel braucht etwas Zeit, um sich zu entwickeln, daher braucht ihr nicht gleich eure wichtigsten Argumente zu nennen, sondern hört den anderen Mitspielern gut zu und geht auf deren Meinungen und Einsichten ein. Das Rollenspiel kann mit einem Kompromiss enden oder eine Gruppe setzt sich durch. Vielleicht konntet ihr auch andere von eurer Meinung überzeugen, weil eure Argumente gut und sinnvoll waren. Natürlich hat nicht jedes Rollenspiel eine Lösung, auch in der Wirklichkeit gibt es Situationen, in denen jeder auf seiner Position verharrt.

Die Auswertung

Nach dem Rollenspiel findet ein Gespräch statt. Dabei werden die einzelnen Rollen noch einmal genau besprochen:

  • Welche Eindrücke haben die Spieler und die Zuschauer?
  • Gibt es neue Einsichten und Erkenntnisse?
  • Was lief gut, was weniger gut?
  • Hatten alle Mitspieler genug Möglichkeiten, ihre Argumente vorzubringen?
  • Welche Argumente konnten überzeugen, welche weniger?
  • Hat das Rollenspiel zur Lösung des Problems oder der Frage beigetragen?
  • Was könnte beim nächsten Rollenspiel besser oder anders laufen?

Tipps zur praktischen Durchführung

  • Überlegt euch genau, ob alle mitspielen oder ob ihr in Kleingruppen die Szene unterschiedlich einstudieren wollt.
  • Schreibt vorher Rollenzettel, auf denen die gespielten Personen genau beschrieben werden. Sinnvoll ist es auch, sich vorher Informationen zu besorgen und sich wichtige Argumente zu überlegen, die zu den einzelnen Rollen passen.
  • Verkleidung und eine Umgestaltung des Raums helfen euch, überzeugend die Rollen zu spielen.
  • Bestimmt eine Spielleitung, die darauf achtet, dass alle eine Chance bekommen, auch etwas zu sagen. Und ihre Rolle auszuspielen. Auch bei der anschließenden Diskussion sollte jemand das Gespräch leiten und an Gesprächsregeln erinnern.


Literatur

[1] Von Germanwatch erhaltet ihr Tipps für ein klimabezogenes Rollenspiel.

Quellen

  • Klippert, H. (2002): Kommunikations-Training. Übungsbausteine für den Unterricht,
  • van Ments, M. (1998): Rollenspiel effektiv. Ein Leitfaden für Lehrer, Erzieher, Ausbilder und Gruppenleiter, München.