Wasser

Aus Zukunftsklima
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Wasser ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. In Europa regnet es häufig, wir haben große Flüsse und Seen und im Winter fällt Schnee. Wir transportieren Ware mit riesigen Frachtern, Kraftwerke werden gekühlt und wir wässern große Felder, damit die Pflanzen wachsen. Der Unterschied zu anderen Regionen der Welt ist gravierend. In Afrika beispielsweise gibt es große Savannen, Steppen und Wüsten und es ist schwer, an genügend sauberes Wasser zu kommen. Dieses Ungleichgewicht der Natur wird durch wirtschaftliche Benachteiligungen von Entwicklungsländern noch verstärkt. Siebzig Prozent der Oberfläche der Erde besteht aus Wasser, davon sind aber nur drei Prozent Süßwasser, also nutzbares Wasser. Dieses Wasser kann zum Trinken, Wässern von Feldern, Kühlen von Autos und für die Toilettenspülung genutzt werden. Salzwasser ist dafür nicht geeignet.

Die Bewässerung einer Fußballplatzes, Quelle: © josupewo / pixelio.de http://www.pixelio.de/

In Europa und Nordamerika gibt es ein flächendeckendes System der Trinkwasserversorgung. Trinkwasser kommt entweder aus tiefen Grundwasservorräten, mittels Pumpen wird das Wasser an die Erdoberfläche befördert, um es dann weiter zu transportieren, oder aus Flüssen oder Seen. Hierbei muss das Wasser gründlich gereinigt werden, bevor es als Trinkwasser verwendet werden kann, dies ist sehr aufwendig und teuer.

In vielen Entwicklungsländern stellt der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein großes Problem dar. Es gibt kaum eine Infrastruktur, das heißt Rohre und Kabel, die eine Leitung zu den Häusern sicherstellt. Geschweige denn ein System, das das Wasser aus Seen und Flüssen reinigt.

Große Industrien und Firmen wollen mit Wasser viel Geld verdienen. Nestlé zum Beispiel ist mit den Marken Vittel, Perrier und San Pellegrino weltweiter Marktführer in Sachen Wasser. Und wusstet Ihr, dass auch Coca Cola im Wassergeschäft ist? Bonaqua ist der Markenname - kein unbekanntes Wasser, welches relativ teuer ist und eigentlich nur Leitungswasser enthält, welches mit Kohlensäure angereichert wurde. Da sich die Nachfrage nach Tafelwasser trotzdem immer weiter erhöht, kaufen große Konzerne, wie Nestlé und Coca Cola kleinere Firmen, Quellen und sogar Naturschutzgebiete auf der ganzen Welt auf, insbesondere in Südamerika. Ihr könnt es Euch folgendermaßen vorstellen: Ein großer internationaler Konzern kauft ein Naturschutzgebiet, das Quellgebiet eines Flusses. Es werden viele und tiefe Bohrungen durchgeführt, um möglichst viel Wasser zu erhalten. Als Konsequenz fangen die vielen kleinen Quellen an, auszutrocknen. Das hat verheerende Auswirkungen auf die Menschen, Tiere und Pflanzen, die flussabwärts wohnen, immer weniger Wasser kommt bei ihnen an. Teilweise ist das Wasser durch die Bauarbeiten am Quell verschmutzt, so dass die Menschen von dem wenigen Wasser, welches bei ihnen ankommt, auch noch krank werden.

Virtuelles Wasser

Ein neuer Begriff, der immer bekannter wird, ist das "Virtuelle Wasser". Hierbei wird der Wasserverbrauch jedes Menschen betrachtet. In die Rechnung wird auch das Wasser mit einbezogen, welches für den Anbau der Nahrungsmittel und für die Aufzucht von Tieren verwendet wird. Insgesamt verbraucht nach dieser Rechnung jeder Mensch 2.000-5.000 Liter pro Tag. Es wird deutlich, dass die Menschen aus den Entwicklungsländern ihr Wasser insbesondere für den Anbau von Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Reis, verwenden, die nach Europa oder Nordamerika exportiert werden. Für sie bleibt kaum Wasser zum Leben übrig.

Literatur

  • Wagenhofer, Erwin/Annas, Max (2006): We feed the world. Was uns das Essen wirklich kostet. Das Buch zum gleichnamigen Film, S. 137-150.