Zukunftswerkstatt

Aus Zukunftsklima
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Auf den Punkt gebracht

Die Zukunftswerkstatt erlaubt einen kreativen Blick in die Zukunft. Ihr könnt nach Lösungen für ein aktuelles Problem suchen (z.B. Wie soll das Thema Klimawandel in der Schule bearbeitet werden?) oder ihr nutzt die Zukunftswerkstatt als Möglichkeit, möglichst viele Visionen und Ideen für die Zukunft zu entwickeln (Beispiel: Wie wollen wir im Jahr 2030 leben?). Dabei gibt es 3 Phasen: In der 1. Phase wird das Problem kritisch beleuchtet, in der 2. Phase wird der Fantasie freien Lauf gelassen und in der 3. Phase wird überprüft, was sich von Phase 2 verwirklichen lässt.

So funktioniert die Zukunftswerkstatt:

Zuerst solltet Ihr euch einen Moderatoren suchen, d.h. jemand der den Ablauf der Zukunftswerkstatt organisiert und auf die Einhaltung der Regeln achtet. Vielleicht kann eine Lehrkraft oder eurer Schulsozialpädagoge moderieren, fragt einfach nach! Auch das Thema der Zukunftswerkstatt muss vorher genau durchdacht und festgelegt werden. Dabei ist es sinnvoll eine möglichst konkrete Frage oder Problemstellung zu bearbeiten.

Die Kritikphase:

Hier darf gemotzt werden: Alle Zweifel oder Probleme werden auf Kärtchen geschrieben und an eine Pinnwand gehängt. Dabei werden die Kritikpunkte nach Zusammengehörigkeit sortiert. Im Anschluss bekommt jeder von euch 3 farbige Klebepunkte. Diese klebt ihr an die Kritikpunkte, die ihr für besonders wichtig haltet. An Schluss werden die Punkte pro Karte gezählt und ihr könnt so ablesen, welche Kritikpunkte so wichtig sind, dass ihr sie in den nächsten 2 Phasen weiter bearbeitet.

Die Fantasiephase:

Hier dürfen die verrücktesten Ideen und Wünsche geäußert werden. Alles ist möglich, und Hoffnungen und tolle Vorstellungen hat doch jeder. Kritik ist streng verboten und keiner wir ausgelacht, egal wie unrealistisch der Vorschlag ist. Denn genau das ist ja das Tolle an der Zukunftswerkstatt: Gute Ideen haben eine echte Chance, weil sie nicht gleich niedergebügelt werden nach dem Motto, das geht ja sowieso nicht. Natürlich wird in der Fantasiereise nicht nur geredet, hier darf gemalt, gespielt und kreativ gestaltet werden, den Fantasie braucht viele Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Umsetzungsphase:

Jetzt wird es wieder realistisch. In der Umsetzungsphase werden diejenigen Ideen aufgegriffen, die die Mehrheit der Teilnehmer für spannend und umsetzbar halten. In Kleingruppen werden die Zukunftsentwürfe in möglichst konkrete Projekte umgewandelt. Dabei werden auch praktische Fragen besprochen wie „Wer macht was?“ Im Anschluss stellen die Gruppen ihre Ergebnisse vor und entwickeln in der Abschlussrunde einen Aktionsplan oder eine Antwort auf die Ausgangsfrage.

Die Zukunftswerkstatt endet mit einer Feedback-Runde, das heißt alle dürfen sagen, mit welchen Gefühlen sie die Zukunftswerkstatt verlassen.

Tipps für die Durchführung einer Zukunftswerkstatt:

  • Überlegt euch vorher genau, welche konkrete Frage oder welches Problem ihr bearbeiten wollt. Alle müssen das Thema der Zukunftswerkstatt wichtig finden und nach Lösungen suchen wollen, sonst macht eine Zukunftswerkstatt wenig Sinn.
  • Besorgt euch vorher einen großen Raum und auch Platz zur Kleingruppenarbeit. Sinnvoll ist es, wenn alle im Halbkreis sitzen können.
  • Ihr braucht Papierbögen, dicke Filzstifte, Pinnwände und eventuell Flipcharts. Auch keine Kärtchen und Klebepunkte werden oft benötigt.
  • Eine Zukunftswerkstatt braucht genug Zeit. Plant also mehrere Stunden ein. Ideal wären 2 oder 3 Tage in einer Projektwoche.
  • Redet vorher über die Gesprächsregeln. Bei einer Zukunftswerkstatt ist es sehr wichtig, dass alle gleichberechtig reden können und dass nicht gleich die Meinungen anderer niedergemacht werden.
  • Schreibt während der Zukunftswerkstatt alle Argumente und natürlich alle Ergebnisse auf, damit ihr damit weiterarbeiten könnt.
  • Eine Zukunftswerkstatt ist besonders erfolgreich, wenn sie in einem konkreten Projekt oder einer Aktion endet.

Literatur:

Quellen:

  • Albers, O./ Broux, A. (1999): Zukunftswerkstatt und Szenariontechnik. Weinheim.
  • Jungk, Robert/ Müllert N.( 1997): Zukunftswerkstätten, München .
  • Müllert, N./ Kuhnt B. (1996): Moderationsfibel Zukunftswerkstätten, Münster.
  • Weinbrenner, Peter (1997): Zukunftswerkstatt. Bielefeld.
  • Freie und Hansestadt Hamburg, Umweltbehörde (2000): Umweltbildung unter dem Anspruch der nachhaltigen Entwicklung : Leitbilder Methoden . Band 1

Links: