T-Shirt konventionelle Baumwolle

Aus Zukunftsklima
Wechseln zu: Navigation, Suche

Auf den Punkt gebracht

Shirt-konventionell.jpg

Nach einer Weltreise von der USA über die Türkei, Portugal und China landet das T-Shirt in Deutschland, um in unseren Läden verkauft zu werden. Die Arbeitsbedingungen außerhalb Europas sind teilweise sehr schlecht und Umweltstandards werden kaum eingehalten, so dass die Herstellung eines T-Shirts aus konventioneller Baumwolle hohe Belastungen der Natur und der Menschen mit sich bringt.

Das bedeutet konkret

Ein T-Shirt besteht aus 100% Baumwolle. Wie eine Baumwollpflanze aussieht, welche Probleme es beim Anbau gibt und wie Baumwolle hergestellt wird, kannst du hier nachlesen. Ein T-Shirt reist um die halbe Welt, bevor es bei uns in die Läden kommt, vergleichbar mit der Jeans aus konventioneller Baumwolle. Es gibt unzählige von Ländern, wo die Baumwolle wachsen kann, wo die Baumwolle verarbeitet werden kann und wo das T-Shirt genäht wird. Wir zeigen Euch hier einen beispielhaften Weg auf, aber sicher ist, dass das T-Shirt immer die Welt umreist, bevor es in Deutschland verkauft wird.

Um den Weg des T-Shirts nachvollziehen zu können, nimm dir eine Weltkarte zur Hilfe, dann siehst du immer, wo wir gerade sind.

Bei diesem T-Shirt wird die Baumwolle in den USA angebaut und geerntet. Um einen wirklich guten Ertrag zu haben, wird viel gedüngt und gespritzt. Die Düngemittel und Spritzmittel kommen aus Deutschland, sie haben also schon einen weiten Weg hinter sich, um dann in den USA aufs Feld getragen zu werden. Der Einsatz dieser Chemikalien ist sehr schlecht für die Gesundheit der Arbeiter. Die geerntete Wolle wird dann in die Türkei verfrachtet. Dort wird sie in Spinnereien zu Garn verarbeitet. Die vollautomatischen Maschinen kommen aus der Schweiz. Die Fäden werden als nächstes nach China transportiert, damit sie hier zu großen Stoffbahnen gewebt werden können. In Färbereien bekommen die Stoffrollen ihren Farbanstrich. Die Färbereien befinden sich beispielsweise in Deutschland, Portugal oder der Türkei. Bei bunten T-Shirts mit Aufdruck werden erst die fertig genähten T-Shirts gefärbt. Färbereien gelten als problematisch, da viele Chemikalien zum Einsatz kommen. Einige Hersteller orientierten sich aber am Global organic textile standard (Gots), der nur bestimmte Farbstoffe zulässt. In Nähereien in Osteuropa, Indien und Bangladesch entsteht das eigentliche T-Shirt: Der Stoff wird mithilfe von Schablonen zugeschnitten und anschließend genäht. Danach wird die Qualität der Nähte und der Form genaustens überprüft. Der Lohn für Näherinnen außerhalb Europas sind sehr niedrig. Trotzdem müssen sie sehr hart dafür arbeiten: Eine 48-Stunden-Woche und Überstunden sind die Regel.

Warum wird soviel Aufwand betrieben, um ein T-Shirt herzustellen? Der Grund liegt im Preis. Nach dieser Weltreise sind die Kosten für ein T-Shirt tatsächlich günstiger, als wenn es nur in Deutschland gefertigt worden wäre. Denn in vielen Ländern verdienen Arbeiterinnen und Arbeiter sehr viel weniger als in Deutschland. Dabei arbeiten sie länger und härter. In den Produktionshallen und auf den Toiletten befinden sich beispielsweise oft Kameras, damit sie ständig überwacht werden können. Reißt zum Beispiel in der Weberei in Taiwan einer Arbeiterin ein Faden, steht sofort ein Aufseher hinter ihr, um zu schauen, wo das Problem liegt.

Hier in Deutschland sorgen Arbeitnehmerrechte dafür, dass internationale Arbeitsstandards eingehalten werden. Die Näherinnen bekommen zumeist zwar niedrigen Lohn, aber solchen, von dem sie leben können. Dadurch wird aber die Herstellung eines T-Shirts in Deutschland um einiges teurer als in sogenannten Billig-Lohn-Ländern. Beim Kauf eines T-Shirts ist für viele Menschen nicht der Herstellungsprozess das, worauf sie achten, sondern der Preis und das Aussehen.

Die Textilfirmen möchten am Ende jedes Jahres einen satten Gewinn erwirtschaften, deswegen werden Arbeitnehmerrechte in den Ländern des Südens kaum eingehalten. Die dort lebenden Menschen werden ausgebeutet, auf Kosten ihrer Gesundheit produzieren sie Billig-T-Shirts für uns.

Kima-Bilanz: Die CO2-Bilanz von einem T-Shirt aus konventioneller Baumwolle, die in den USA angebaut und in China weiter verarbeitet wurde, liegt bei 7.050 Gramm (Quelle: Pendos "CO2-Zähler", S. 40 und 37).

Für die Experten unter Euch

In Deutschland werden nur etwa 10% der Kleidungsstücke hergestellt, die hier getragen werden. Der Rest wird in Billiglohnländern produziert. Obwohl die Transportwege dadurch sehr lang werden, ist dies immer noch günstiger, weil die Arbeiter dort viel weniger verdienen. Vom Verkaufspreis eines T-Shirts, bekommen die Arbeiter nur etwa ein Prozent. Von diesem Lohn zu Leben ist fast unmöglich, aber vielen Arbeitern aus den Entwicklungsländern bleibt leider keine andere Wahl. 50% des Preises sind Gewinn und Kosten des Einzelhandels, 25% wird für die Werbung ausgegeben, 13% sind Fabrikkosten und 11% Transport und Steuern.

Es gibt Alternativen zum T-Shirt aus konventioneller Baumwolle, lest dazu den Artikel T-Shirt von einem Öko-Label.

Was macht Ihr mit Eurem ausgetragenen T-Shirts? Mehr Informationen zum Thema Altkleider findest du hier.

Weitere Informationen bekommst Du hier:

  • [1] Vom Umweltinstitut: Fragen und Antworten – Bekleidung – Baumwollbekleidung
  • [2] Einkaufen im globalen Supermarkt - Fairer Handel im Unterricht
  • [3] Themenheft Textil und Mode

Literatur